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Berlin schafft Haupt-, Real- und Gesamtschulen ab

Der rot-rote Senat in Berlin hat am Dienstag die umstrittene Schulreform beschlossen. Danach werden Haupt-, Real- und Gesamtschulen vom Schuljahr 2010/2011 zu Sekundarschulen zusammengeführt. Das Gymnasium bleibt als eigenständige Schulform bestehen.

Wie Senatssprecher Richard Meng mitteilte, herrscht im Senat noch Uneinigkeit über die Gemeinschaftsschule. Sie läuft derzeit als Modellprojekt an 16 Einrichtungen. Die Linke will, dass sie zum Regelfall wird, wenn das Projekt Erfolg hat.

Nach Angaben von Meng konnte die SPD am Dienstag verhindern, dass dieser Passus noch in den Gesetzentwurf geschrieben wird. Die Linke wolle aber weiter darauf drängen.

Landeselternausschuss und Industrie- und Handelskammer begrüßten das Vorhaben.

Bleibt G8?

Der baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau hielt heute in einem Interview der Stuttgarter Nachrichten an dem G8-Modell fest. Natürlich sei es nicht einfach, aber er erwarte von einem Abiturienten auch einen entsprechenden Einsatz.

Meine Meinung geht in dieselbe Richtung: Ein Abiturient sollte in der Lage sein, das Lernen besser zu planen und einzuteilen. Von den zahlreichen, wochenlangen Ferien kann ein großer Teil schulisch genutzt werden.  Weiterhin verstehe ich es nicht, wie Schüler über die große Belastung stöhnen, gleichzeitig ihre Freizeit mit stundenlangem Datteln oder Fernsehkonsum verbringen können.

Der so oft zitierte Familienstress durch die hohe Belastung des Abiturienten lässt sich aus meiner Sicht nicht nachvollziehen. Eltern haben nach ihrem üblichen Acht-Stunden-Tag noch familiäre Aufgaben zu bewältigen, können ihre Zeit außerhalb des Berufs ebenfalls nicht hundertprozentig ihren Interessen widmen.  Diese Einsicht sollte ein Abiturient haben.

mathematische Formeln?

mathewitz

Quelle: mathewitze.de

Der Lehrer im Interview

Ein Reporter befragt einen Lehrer:
“Was ist Ihrer Meinung nach das Hauptproblem der heutigen Gesellschaft im Bezug zur Schulbildung? Mangelndes Wissen oder mangelndes Interesse?”
“Weiß ich nicht, ist mir auch egal!”

Wissenschaftler empfehlen kritische Prüfung von Hirnjogging-Produkten

Dreißig namhafte Kognitions- und Neurowissenschaftler sowie Alternsforscher fordern in einem gemeinsam unterzeichneten Memorandum die wissenschaftliche und unabhängige Überprüfung der Wirksamkeit von “Hirnjogging”-Produkten und geben Empfehlungen auf der Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse. Das jetzt veröffentlichte Memorandum ist das Ergebnis eines Expertentreffens, das auf Einladung des Stanford Center on Longevity und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung im April letzten Jahres stattfand.
In weniger als einem Jahrhundert ist die Lebenserwartung in den entwickelten Ländern um durchschnittlich 30 Jahre gestiegen. In diesem Zusammenhang wächst bei vielen Menschen die Sorge, ihre Selbständigkeit im hohen Alter durch körperliche und geistige Einschränkungen zu verlieren. Eine steigende Zahl kommerzieller Anbieter verspricht, geistige Fähigkeiten im Alter durch Hirntraining zu erhalten oder zu steigern. Eine wissenschaftliche Absicherung dieses Versprechens liegt jedoch zumeist nicht vor.

Auf Einladung des Stanford Center on Longevity und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung trafen sich im April 2008 namhafte Kognitions- und Neurowissenschaftler sowie Alternsforscher an der Stanford University in Kalifornien. Ziel des Treffens war unter anderem die Erarbeitung einer gemeinsamen Erklärung, die die Verbraucher über den aktuellen Stand der Wissenschaft informiert. ” Die Erklärung bezieht sich vor allem auf kommerzielle Anbieter, die das Blaue vom Himmel versprechen”, erklärt Ulman Lindenberger, Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. “Das Zaubermittel, das die alterungsbedingte Minderung der Hirnleistung oder gar Alzheimer aufhält, gibt es bislang nicht”, betont Laura Carstensen, Direktorin des Stanford Center on Longevity und Mitinitiatorin des Memorandums.

Die Unterzeichner unterstützen ausdrücklich die weitere Forschung zu softwarebasierten kognitiven Trainingsprogrammen. Die Ergebnisse einiger neuerer Untersuchungen geben Anlass zu Optimismus. “Moderne Technik bietet ein großes Potential für die soziale und geistige Anregung im Alter”, ergänzt Ulman Lindenberger. “Technik, soziale Teilhabe und Altern bilden keine Gegensätze. Die moderne Informationstechnologie kann auch älteren Erwachsenen, die beispielsweise in ihrer körperlichen Mobilität eingeschränkt sind, sinnvolle Möglichkeiten bieten. Soziale Kontakte könnten mit ihrer Hilfe aufrecht erhalten oder sogar neu geknüpft werden. Zukünftige software-basierte kognitive Trainingsprogramme sollten diese soziale Dimension von vornherein berücksichtigen. Ihre langfristige Wirksamkeit sollte in Verlaufsstudien überprüft werden.”

Inhalte des Memorandums:
# Es gibt Grund zum Optimismus. Die geistige Leistungsfähigkeit älterer Erwachsener nimmt im historischen Vergleich zu. Ältere Menschen in entwickelten Ländern sind heute im Durchschnitt geistig leistungsfähiger als Menschen desselben Alters in früheren Zeiten. Die Alternsforschung erkundet die gesamte Bandbreite möglicher Alternsverläufe und versucht, Ursachen günstiger und ungünstiger Verläufe zu ermitteln und zu beeinflussen.

# Obwohl plausible biochemische Erklärungsmodelle vorliegen, belegt die Summe der derzeit vorliegenden klinischen Studien nicht, dass Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel Gingko biloba die geistige Leistungsfähigkeit steigern oder deren Abbau aufhalten. Insgesamt liegen nur zu wenigen Nahrungsergänzungsmitteln Ergebnisse aus großen kontrollierten klinischen Studien mit Zufallszuordnung vor, die in begutachteten Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Wir regen an, die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln weiter eingehend zu untersuchen.

# Softwarebasierte Trainingsprogramme und Denkspiele verbessern die Fertigkeiten, die sie trainieren. Hingegen zeigen nur sehr wenige dieser Programme eine positive Wirkung (im Sinne eines Transfers) auf allgemeine geistige Fähigkeiten oder Leistungen in Alltagssituationen. Wenn man zum Beispiel eine Gedächtnistechnik zum Einprägen von Wortlisten trainiert, so gelingt es einem anschließend besser, sich Listen von Wörtern zu merken. Es gibt jedoch bislang nur wenig Hinweise darauf, dass dieses Training die Gedächtnisleistung insgesamt verbessert, und es nach Abschluss des Trainings etwa besser als zuvor gelingt, den verlegten Autoschlüssel zu finden. Wir empfehlen dringend, die Wirksamkeit von softwarebasierten Trainingsprogrammen und Denkspielen weiter zu untersuchen und ermuntern Interessierte, an entsprechenden wissenschaftlichen Studien teilzunehmen.

# Verbraucher sollten sich bei ihrer Entscheidung, kommerzielle Hirntrainingsprogramme zu erwerben, am Vorliegen unabhängiger wissenschaftlicher Überprüfungen der Wirksamkeit dieser Produkte orientieren. Untersuchungen, die von interessierter Seite (z.B. vom Hersteller) durchgeführt und nicht unabhängig überprüft wurden, sind wenig aussagekräftig. Von weitaus höherem Wert sind Ergebnisse, die von unabhängigen Gutachtern geprüft und in einer anerkannten Fachzeitschrift veröffentlicht wurden. Die Wiederholbarkeit (Replikation) dieser Ergebnisse in weiteren Untersuchungen an unabhängigen Forschungseinrichtungen erhöht deren Glaubwürdigkeit zusätzlich. Wir befürworten die Durchführung unabhängiger Untersuchungen zur Wirksamkeit von Erfolg versprechenden Hirntrainingsprogrammen sowie zur Wirksamkeit der auf dem Markt befindlichen, nicht oder unzulänglich überprüften Produkte.

# Besondere Vorsicht ist bei Produkten geboten, die versprechen, Alzheimer oder anderen Formen dementieller Erkrankungen vorzubeugen oder diese Krankheiten heilen zu können. Es gibt derzeit keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass markterhältliche Softwareprogramme oder andere kognitive oder soziale Interventionen einer Demenzerkrankung vorbeugen oder deren Auftreten verzögern. Allerdings trägt ein verantwortungsbewusster Umgang mit der eigenen Gesundheit, insbesondere die Kontrolle der Blutdruck- und Blutzuckerwerte, positiv zur geistigen Leistungsfähigkeit bei.

# Unterschieden werden muss zwischen kurzfristigen Verbesserungen einzelner Fertigkeiten und dem langfristigen Erhalt geistiger Fähigkeiten. Zur kurzfristigen Verbesserung zum Beispiel des Namensgedächtnisses stehen zahlreiche anerkannte Methoden zur Verfügung. Hingegen konnten derzeit erhältliche Produkte und Methoden bislang nicht nachweisen, dass sie den geistigen Leistungsabbau langfristig über mehrere Jahre oder Jahrzehnte vermindern können. Zur Überprüfung der langfristigen Wirksamkeit von Hirntrainingprogrammen sind umfangreiche Verlaufsstudien erforderlich.

# Lernen regt das Gehirn an und steigert das Kompetenzerleben. Es gibt keine Hinweise darauf, dass hierfür ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Methode erforderlich ist. Bevor man Zeit und Geld für ein Hirnjogging-Produkt aufwendet, sollte man die “versteckten Kosten” in Rechnung stellen: Jede Stunde am Computer ist eine Stunde weniger, die man zum Beispiel mit Wandern, dem Lernen einer Fremdsprache, dem Ausprobieren eines neuen Kochrezepts oder dem Spielen mit Enkelkindern verbringen kann.

# Körperliche Bewegung ist eine kostengünstige und wirksame Methode zur Verbesserung der Gesundheit. Darüber hinaus kann körperliche Bewegung auch zur Steigerung der Hirnfitness beitragen. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass regelmäßiges körperliches Ausdauertraining die Hirndurchblutung steigert und die Bildung neuer Blutgefäße und Nervenzellverbindungen anregt. Körperliches Ausdauertraining steigert nachweislich Aufmerksamkeit, Denkvermögen und Gedächtnisleistung. Körperliches Training ist ein viel versprechender Ansatz zur Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Wir befürworten die Durchführung weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen in diesem Bereic

Quelle: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Hausaufgaben sind ein Muss

Immer wieder höre ich von der Diskussion, ob Hausaufgaben überhaupt noch Sinn machen.
Als hauptberuflicher Gedächtniskünstler kann ich belegen, dass Gelerntes nur durch mehrfaches Wiederholen in das Langzeitgedächtnis gelangt.
Hausaufgaben sind also nicht nur sinnvoll, sondern sollten auch stets Pflicht eines Lehrers sein; und zwar nach jeder Unterrichtsstunde. Sinn machen die Hausaufgaben dann allerdings nur, wenn sie auch wirklich aus Wiederholungen bestehen und vor allem in der nächsten Stunde vom Lehrer aktiv kontrolliert werden.
Wie lange etwas im Langzeitgedächtnis gespeichert bleibt hängt von der Datenmenge jeder einzelnen Wiederholung sowie von der Wiederholungsanzahl ab. Hier sollte noch bebachtet werden, dass die einzelnen Wiederholungsphasen zeitlich immer weiter auseinanderliegen. So macht es durchaus Sinn, die Hausaufgaben in Form einer Wiederholung unmittelbar nach dem Schulbesuch zu erledigen, gegen Abend noch einmal selbst kontrolliert werden, um sie dann am nächsten Morgen vom Lehrer kontrollieren zu lassen. Nach drei Wiederholungen – besser wären gar fünf – sind die Informationen dann recht lange im Langzeitgedächtnis.
Das berühmte “In-letzter-Minute-lernen” vor Tests und Prüfungen würde somit entfallen, Stress entstünde nicht in zu großer Form, die Noten und vor allem die Motivation steigen.
In einem Schulprojekt bekomme ich aber immer wieder mit, dass Hausaufgaben nicht auf Wiederholung aus sind. Vielmehr gleichen sie oft Strafarbeiten oder Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Auch fällt die Kontrolle der Hausaufgaben häufig komplett aus – oder wird zumindest nicht aus Sicht der Gedächtnistechnik durchgeführt.
Fazit: Hausaufgaben machen Sinn – allerdings im richtigen Umgang. Schüler sollten sich an die Zeiten halten (und nicht kurz vor Schulbeginn irgendwo abschreiben) und Lehrer sollten Zeit einplanen, um sinnvoll zu kontrollieren.

Hausaufgabenüberwachung

Peter klingelt bei seinem Freund Franz und fragt ihn:
“Kommst Du mit zum Spielen?”
“Geht nicht. Wenn ich meinen Vater nur eine Minute aus den Augen lasse, macht er meine Hausaufgaben nicht mehr.”

Wie lange gehen die Sommerferien wirklich?

Gerade waren zwei Wochen Pfingstferien herum. Unser Sohn musste notgedrungen für drei Tage zur Schule. Da der kommende Donnerstag ein Feier- und der Freitag ein Brückentag war, lohnte sich für die Lehrer kein üblicher Unterricht. Vielmehr wurde eine Projektwoche vorbereitet. Hausaufgaben waren zwangsläufig Fehlanzeige.

Es folge die Durchführung der Projektwoche.

In der nächsten Woche stand dann die Abschlussklassenfahrt des Schuljahres an.

Kommt er nächste Woche zurück wird er wohl zwei volle Wochen am Stück bis zur Notenkonferenz durchstehen müssen, bevor er die sechswöchigen Sommerferien genießen kann.

Die aktuelle Gehirnforschung sagt, dass zwei Wochen ohne Lernen einen großen Rückschritt darstellen.
Laotse sagte bereits: Lernen ist wie Rudern auf dem Fluss. Hörst Du damit auf, treibst Du zurück.

Die Fälle der Deutschlehrer

Zwei Deutschlehrer treffen sich am See:
“Genitiv ins Wasser!” – “Wieso – ist es Dativ?”

PISA-Studie 2012 – Ist Deutschland dabei?

Der baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau stellt die deutsche Teilnahme an der PISA-Studie 2012 in Frage. Er kritisiert, dass die OECD die Deutungshoheit der Ergebnisse übernehme und es keine Geschäftsgrundlage für die künftige Zusammenarbeit mit der Organisation gebe.

Eine Erfahrung, die ich kurz nach der PISA-Erhebung 2009 machte, zeigt noch einen weiteren Aspekt der Unsinnigkeit einer Teilnahme an der Studie auf: Ich hielt meinen Vortrag in einer Internatsschule, welche zu den PISA-Studien-Schulen zählte. Dies bedeutet, dass diese Schule ausgewählt wurde,  bei der PISA-Erhebung berücksichtigt zu werden.

Jetzt könnte man ja meinen, so ein internationaler Vergleich geht garantiert mit korrekten Mitteln über die Bühne. Weit gefehlt. Eine Lehrerin erklärte uns, dass sie vom Kultusministerium ähnliche Prüfungsfragen, wie sie letztendlich in der Studie vorkommen, erhalten hatte. Doch damit noch nicht genug. Sie wurden vom Kultusministerum aufgefordert, den eigentlichen Lernstoff zu unterbrechen, um sich gezielt auf die PISA-Studie vorzubereiten.

Mal abgesehen davon, dass es den Schülern des G8-Gymnasiums sowieso schon schwerfällt, den zu lernenden Stoff in den acht Jahren zu bewältigen, müssen sie nunmehr noch Zeit für die Prüfungsvorbereitung opfern.

Mir stellt sich jetzt die Frage: Wie kann es sein, dass die teilnehmenden Schulen so gebrieft werden, gleichzeitig aber doch nur Mittelmaß in den Ergebnissen erreichen?

Erschreckend.