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Vortrag in Leonberg

Jens der Denker und sein Gehirnjogging

Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 05.02.2010

Leonberg: Er rechnet schneller als ein Taschenrechner und entwischt dabei auch den Leonberger Realschülern.

Viel Spaß hatten die Vereinsvorsitzenden Sandra La Cognata und Jens der Denker beim Vortrag in Leonberg

Viel Spaß hatten die Vereinsvorsitzenden Sandra La Cognata und Jens der Denker beim Vortrag in Leonberg

Jens der Denker wäre ein idealer Musterschüler. Er kann gut reden, rechnet so schnell wie ein Großrechner und könnte seinen Mitschülern sogar noch etwas beibringen. Nur Jens ist aus dem Schulalter längst heraus. Heute tourt er durch Deutschland, um mit seiner Lebensgefährtin Sandra La Cognata in Shows oder Seminaren zu eigen, welch ein Wunderwerk der Natur das etwa 1,3 Kilogramm schwere menschliche Gehirn ist. Man muss nur richtig trainieren. Und das am besten gleich morgens.

Das dachten sich auch die Lehrer der Gerhart-Hauptmann-Realschule und engagierten den Gedächtniskünstler für eine Doppelstunde. Gehirnjogging mit einem Weltrekordler, der innnerhalb von einer Minute eine Zahl mit 72 Stellen ausspuckt, wie er seinem jungen Publikum stolz verrät. Eine bessere Übung für den täglichen Matheunterricht kann es kaum geben. Und der Spaßfaktor kommt noch dazu.

Als Jens die Bühne der Aula betritt, schwankt seine junge Zuhörerschaft anfangs noch ein bisschen zwischen Skepsis und Bewunderung. Was würde ihnen das Zahlengenie wohl vormachen? Aber Jens ist mit seinem etwas hessischen Akzent eigentlich ein ganz lockerer Typ. “Der sieht gar nicht aus wie eine Mathematiker”, flüstert eine Schülerin ihrer Nebensitzerin zu. Dafür kann er alles so schön bildhaft erklären. Bilder, das ist das Stichwort. Jens der Denker, der mit bürgerlichem Namen Jens Seiler heißt, visualisiert seine Rechenbeispiele gerne. Er nutzt Bilder, Graphiken oder Reime gerne als Merkhilfen. Fachleute nennen Mnemotechnik. Für den Gedächtniskünstler ist sie der Schlüssel zum Rechenerfolg. “Ich habe etwa 100 000 verschiedene Bilder im Kopf”, erzählt er den über 100 Realschülern in der Aula. Diese Bilder sind für Jens wie Puzzleteile, die sein Gehirn in Sekundenchnelle zusammen fügen kann. Nur so kann er seine unglaublichen Rechenkünste ohne technische Hilfe vollbringen. Zu seinen Bildern gehören das Kleeblatt genauso wie die Schere oder eine Achterbahn.

Er ordnet ihnen gedanklich andere Bilder und reimt sich daraus eine Geschichte zusammen. “Dabei müsst ihr immer überspitzen, weil sich das im Gehirn am besten speichern lässt.” Dann macht es der Meister persönlich vor. “Nehmt mal die Worte Lautsprecher und Achterbahn und erzählt mir dazu eine dramatische Geschichte?” Jens hat sofort eine auf Lager: “Stellt euch vor, es kommt die Durchsage, dass die Achterbahn im Augenblick gesperrt ist.” Das wollen sich die Schüler lieber nicht vorstellen. Dafür wollen einige von dem Zahlengenie gerne wissen, wie man Matheformeln zur Prüfung auswändig lernt. “Das funktioniert nach dem gleichen System.”

Doch aus dem Publikum regt sich Widerspruch: “Bis ich mir eine Geschichte überlegt habe, ist doch die Mathestunde vorbei”, klagt ein Achtklässler. Nichts da, entgegnet Jens der Denker. “Du musst die Geschichte vorher im Kopf haben.” Alles klar, oder etwa nicht? Vielleicht ist es für viele Realschüler ein Trost, dass auch viele andere vor ihnen nicht allen Aussagen des Gedächtniskünstlers auf Anhieb folgen konnten.

Das prominenteste Opfer war kein geringerer als Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Dieser musste bei den Rechenkünsten des Weltrekordlers passen: “Da komme ich nicht mehr mit”, hatte der Altkanzler ungläubig eingeräumt. Die Realschüler dachten möglicherweise dasselbe, aber sie haben es nicht laut gesagt.

Weitere Informationen über den Gedächtniskünstler und seine Tricks unter

www.jens-der-denker.de

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